
Joanna Merlin
Joanna Merlin (geb. Joann Ratner; * 15. Juli 1931) war eine US-amerikanische Schauspielerin und Casting-Direktorin. Sie arbeitete mit Stephen Sondheim zusammen und spielte die Hauptrolle in der Broadway-Uraufführung von „Anatevka“. Sie verfasste zwei Schauspielratgeber und unterrichtete im Schauspiel-Masterstudiengang der New York University. In den letzten Jahren erlangte sie Bekanntheit durch ihre wiederkehrende Rolle als Richterin Lena Petrovsky in der Fernsehserie „Law & Order: Special Victims Unit“.
Joann Ratner, die später den Mädchennamen ihrer Mutter annahm, wurde in Chicago, Illinois, als Tochter von Toni Merlin und Harry Ratner, einem jüdischen Lebensmittelhändler, geboren. Zu ihrer Familie gehörte auch ihre ältere Schwester Harriet Glickman (1926–2020), die später Bekanntheit erlangte, weil sie Charles Schulz dazu bewegte, eine schwarze Figur in seinen Comicstrip „Peanuts“ aufzunehmen. Merlin stand mit elf Jahren zum ersten Mal auf der Bühne und wirkte in der Theaterproduktion „Too Many Marys“ mit. Merlin schloss ihr Studium an der UCLA ab und studierte später bei Michael Tschechow, dessen weltberühmte Schauspieltechnik sie erlernte. Sie gilt als die letzte noch lebende und lehrende Schülerin Tschechows.
Ihr Filmdebüt gab Merlin 1956 in Cecil B. DeMilles „Die Zehn Gebote“. Fünf Jahre später feierte sie ihr Broadway-Debüt in „Becket“, bevor sie die Rolle der Tzeitel in Harold Princes Inszenierung von „Anatevka“ übernahm. Vor Ende der Tournee verließ sie das Ensemble von „Anatevka“, um sich um ihre beiden kleinen Kinder zu kümmern. Harold Prince bot ihr jedoch die Möglichkeit, mit flexibleren Arbeitszeiten im Casting-Bereich tätig zu werden. „Company“ war das erste Musical, für das Merlin als Casting-Direktorin fungierte. Sie war außerdem für das Casting von Stücken wie „Follies“, „Evita“ und „Sweeney Todd“ verantwortlich.











