
Ignazio Piussi
Ignazio Piussi, geboren am 22. April 1935 in Pezzeit im Val Raccolana, Italien, zählt zu den bedeutendsten italienischen Bergsteigern der Generation von 1950 bis 1970.
Als jüngstes von zehn Kindern einer Familie, in der bereits sein Großvater Giuseppe und sein Onkel Osvaldo als Bergführer und Bergsteiger tätig waren, wuchs er inmitten der Berge auf und arbeitete schon in jungen Jahren auf dem elterlichen Bauernhof. Dank seiner kräftigen Statur widmete er sich zunächst dem Leistungssport und betrieb mit großem Erfolg Skispringen und Langlauf, später Biathlon und sogar Bobfahren. Eine schwere Schulterluxation im Jahr 1954 in Cortina beendete diese Karriere und führte ihn endgültig zum Bergsteigen. Seine ersten bedeutenden Besteigungen unternahm er bereits als Teenager mit Lorenzo Bulfon und den Brüdern Perissutti in den Julischen Alpen, seinem natürlichen Revier.
In den 1950er und 1960er Jahren etablierte sich Piussi als Weltklasse-Bergsteiger, berühmt für seine Kraft, Ausdauer und den sparsamen Einsatz von Haken. Er eröffnete wegweisende Routen an den Wänden des Jóf Fuart, der Cima Veunza und vor allem des Torre Trieste, der als sein wahres Meisterwerk gilt. Nach seinem Militärdienst bei der Gebirgsartillerie arbeitete er als Holzfäller und eröffnete nebenbei weiterhin schwierige Routen und absolvierte Solo-Begehungen, wie beispielsweise die Deye-Peters-Route am Torre Madre dei Camosci. Auch außerhalb seiner Heimat Friaul bewies er seine Klasse im technischen Klettern und zeichnete sich insbesondere in den Dolomiten und an großen alpinen Wänden aus.

