
Robert Vernay
Robert Vernay begann seine berufliche Laufbahn als Filmjournalist und arbeitete anschließend als Assistent für mehrere Regisseure, bis er 1929 den später so berühmten Julien Duvivier traf, der ihm die Gelegenheit bot, sein Handwerk gründlich zu erlernen. So war er u. a. Assistent bei den Filmen „Kompanie der Verlorenen“, „Das Kreuz von Golgatha“ (beide 1935), „Der Mann des Tages“ (L’Homme du Jour, 1936) und „Pépé le Moko“ (1937). Daneben arbeitete er gelegentlich mit anderen Regisseuren, auch als Co-Regisseur. Unter seinem Pseudonym Vernay arbeitete er zunächst als Produktionsleiter für Régina Films in Paris und schloss sich der Résistance (F.F.I.) an.
Als Regisseur und Drehbuchautor hat Vernay sich nie auf ein bestimmtes Genre festgelegt. Unter seinen ersten großen Erfolgen findet man zwei Werke der Weltliteratur: „Der Graf von Monte Christo“ (1943) von Alexandre Dumas und „Vater Goriot“ (1944) von Honoré de Balzac, eine elegante Komödie „Meine größte Liebe“ (1942) und einen historischen zweiteiligen Abenteuerfilm „Le Capitan“ (Abenteuer am Königshof) (1945). Im gleichen Jahr ging Vernay für längere Zeit nach Marokko, wo er für die Résidence eine Reihe von Dokumentarfilmen drehte. Dort entstand auch 1947 der Spielfilm „Ras el Gua, le Fort de la Solitude“. 1948 drehte Vernay den Krimi „Fantômas contre Fantômas“, die Komödie „Emile l’Africain“ (mit Fernandel) und 1949 den vielbeachteten Film über Kinder am Montmartre „Keine Ferien für den lieben Gott“ (Plus de vacances pour le Bon Dieu) – alles große Publikumserfolge.
Auch in den 1950er Jahren blieb sein Repertoire vielseitig. Neben einigen Musik- und weniger anspruchsvollen Kriminal- bzw. Spionagefilmen drehte er – mit Jean Marais in der Hauptrolle – ein Farbfilm-Remake seines SW-Films „Der Graf von Monte Christo“, der einigen Kritikern zufolge nicht an die Schwarz-Weiß-Fassung von 1943 heranreicht. Der Film von 1954 wurde jedoch ein großer internationaler Erfolg und ist bis heute ein „Dauerbrenner“ im Fernsehen.










